Samstag, 29. September 2012

Kelly, das Bus Luxury Ticket und Daladalas - Mein Besuch in Iguguno

Ich habe mich schon die ganze Woche auf Samstag gefreut. Und zwar, weil ich wusste, dass ich da nach Iguguno fahren und da Mama Mwanga und vor allem ihre zwei Gasttöchter Friederike und Bentje besuchen möchte. 

Gesagt, getan! Voller Eifer bin ich von mir zur Bus Station gelaufen, eine knappe halbe Stunde, habe auf dem Weg dorthin noch viele Habaris und Salamas ausgetauscht und einen kleinen Einkauf getätigt, nämlich Wasser für die Fahrt, Brot für die Mädchen (ich hatte ihnen versprochen welches mitzubringen) und ein paar Packungen unserer Lieblingskekse. Alles zusammen hat 3000 Tanzanian Shilling gekostet, ca 1,50€.

Als ich dann schließlich an der Busstation saß, wunderte ich mich schon, weshalb keine anderen Menschen da waren. Als ich das letzte mal zusammen mit Richard nach Iguguno gefahren war, waren sehr viele Menschen dort und haben auf ihre Busse gewartet.
Da hörte ich es auf einmal meinen Namen rufen 'Kamela,Kamela'. Ich habe mich umgesehen und zuerst niemanden gesehen, den ich kennen könnte, aber dann sehe ich, wie zielstrebig jemand auf mich zuläuft. Kelly. Na toll, denke ich mir. 

Kelly kenne ich von einem Erlebnis letzter Woche, bei dem Richard mich mit dem Gepäck von damals noch 6 Freiwilligen eine halbe Stunde alleine auf der Straße hat sitzen lassen, weil er noch etwas organisieren musste. Mein Kiswahili war noch weniger vorhanden, als jetzt, und ich würde sagen, dass dieses Erlebnis einem Kulturschock noch am nächsten kommt, von all meinen Erfahrungen bisher. Krampfhaft habe ich versucht, auf all unsere Taschen aufzupassen, während ich von allen beäugt wurde, wie - naja wie eine Weiße in Singida halt!
Nach und nach haben mich auch alle angesprochen, erst fand ichs noch ganz schön, weil ich mich sogar ein bisschen verständigen konnte, aber irgendwann wollten immer mehr Leute etwas von mir, nebenbei haben auch immer wieder übereifrige Geschäftsleute versucht, die Taschen in ihren Bus zu hieven, und mich so zu zwingen mitzufahren und zu zahlen. Ich war wirklich überfordert. An all diesem Chaos war auch Kelly beteiligt. Kelly war einer der vielen Tansanis, die auf mich einredeten, aber mit Abstand der dreisteste. In einem Augenblick, wo ich gerade nicht aufgepasst hatte, schnappte sich Kelly mein Handy und kurz dachte ich 'Na toll. Jetzt ist es weg'. Aber nein. Kelly wollte nur seine Nummer einspeichern, sich dann anrufen und so meine Nummer schön sicher in seinem Handy unter 'Kamela Mzungu' haben. Nachdem er mir das Versprechen abgerungen hat, dass ich ihn natürlich AUF JEDEN FALL anrufen werde, habe ich mein Handy zurückbekommen und zum Glück kam dann auch Richard, der das alles irgendwie ganz komisch fand. Nunja, zugegeben, wenn ich es jetzt so aufschreibe und daran zurückdenke, ist es auch ein bisschen lustig.

Jedenfalls kommt Kelly auf mich zu und ich war um ehrlich zu sein nicht sonderlich begeistert ihn zu sehen, da ich ihn natürlich nicht zurückgerufen hatte und gerade genug damit zu tun hatte, ein Fahrzeug nach Iguguno zu finden.
Wie es sich jedoch herausstellte, war Kelly meine Rettung:

'Heyy Kamela, Habari yako?'
'Kelly. Nzuri. Nitaenda Iguguno'
(Ab jetzt auf Deutsch, zum einen, weil ich nicht weiß wie man die Worte richtig schreibt, zum anderen, damit Ihr es alle versteht)
'Iguguno? Na da bist du hier aber falsch. Hier fährt heut nix. Komm mit'

Mama und Papa, jetzt bitte nicht ausflippen, aber ich habe mir hier angewöhnt, den Leuten einfach zu vertrauen und im Zweifelsfall auch hinterherzulaufen. Darauf bin ich einfach angewiesen, ich hab ja einfach sonst keinen Schimmer. Und immerhin kannte ich Kelly irgendwie..

Jedenfalls hat  Kelly mir meine Einkäufe abgenommen und mich an die Hand, über die Straße geführt auf einen sehr großen unübersichtlichen Parkplatz und ist zielstrebig auf eines der Daladalas zugelaufen, hat mich dort abgeliefert, dem Besitzer des Fahrzeuges gesagt, wo das kleine Mzungumädchen bitte aussteigen möchte, mir die Hand geschüttelt und gewartet, bis ich sicher im Auto saß. Meine Meinung über Kelly habe ich also seit heute geändert! Danke danke Kelly!! (Anrufen tue ich ihn glaube ich trotzdem nicht..)

Jetzt einmal kurz zu den Daladalas - Ihr wisst ja vielleicht gar nicht, was das ist! Ein Daladala, das ist ein bunter Hippiebus, vollgemalt mit Sprüchen wie 'Jesus is Love' und meistens auch mit lauter Musik. Man hat das Gefühl, dass alle im Daladala miteinander befreundet sind, so als würde man irgendeiner AG oder so beitreten, sobald man drin sitzt. Alle unterhalten sich und helfen sich gegenseitig Tüten und Taschen und Körbe (manchmal auch Hühner) zu verstauen. Und Daladalas sind immer voll. Ich mag Daladala fahren!

Heute waren wir in einem Daladala 21 Leute plus Fahrer und Platzanweiser! Das war ganz schön kuschelig. Am besten hat mir allerdings mein Ticket gefallen - das 'Bus Luxury Ticket'. Hihi. Luxus auf engstem Raum jedenfalls. Ich hatte eine total liebe Sitznachbarin, die mit mir ihre Bananen geteilt hat. Dafür hat sie was von meinem Wasser abbekommen :)
Die Fahrt hat 40 Minuten gedauert und ich fand es schön zu sehen, dass ich es geschafft habe, mich wenigstens die Hälfte der Zeit mir ihr zu unterhalten. Sie hat nicht alles von meinem Kauderwelsch verstanden und mir haben auch ein paar von ihren Vokabeln gefehlt, aber irgendwie mochten wir uns und so ging die Zeit schnell um. Die Bananenschalen hat übrigens ihr anderer Sitznachbar aus dem Fenster geworfen.

Mensch, das war alles bis hierhin schon ganz schön aufregend für mich! Dementsprechend war ich in Iguguno angekommen auch schon ziemlich erschöpft. Und heiß war es da, meine Herren! Singida macht mir mit der Hitze ja schon zu schaffen, aber bei uns weht wenigstens immer Wind. Nicht so 30km weiter. Kein einziges Lüftchen! Friederike, Bentje und mir blieb nichts anderes übrig, als uns zu ihnen nach Hause zu flüchten und dort ein wenig zu quatschen. Es war echt super, sich mit den beiden austauschen zu können, zu merken, dass sie dieselben Problemchen haben und zu lachen, wenn sie erzählt haben, dass ihnen auch schon komische Dinge und Missverständnisse passiert sind. Wir haben jetzt abgemacht, uns regelmäßig zu besuchen, weil es uns so gut getan hat!
Von Links nach Rechts: Camilla, Friederike, Bentje

Die Mama von den beiden, Mama Mwanga, ist übrigens Schneiderin und ich habe fest vor mir bei ihr noch viele Klamotten schneidern zu lassen! Aber die Stoffauswahl ist so schwer, alle sind irgendwie hübsch.

Nunja, das war es erstmal für heute. Ein wenig stolz darauf, ganz allein gereist zu sein, bin ich tatsächlich.
Auch wenn ich so eine Strecke in Berlin vielleicht fast jeden Tag zurücklege.
Alles Liebe an zu Hause, eure Camilla.



Donnerstag, 27. September 2012

der (fast) neue Rucksack

Kurz vor dem Schlafen gehen muss ich Euch noch rasch erzählen, was gerade passiert ist!
Seit einigen Tagen kommt Brenda jeden Abend in mein Zimmer, streicht über meinen Rucksack und fragt mich, ob sie ihn haben kann. Anfangs wusste ich nicht wie ich damit umgehen soll, schließlich will ich hier nicht die reiche Weiße sein, die Sachen verschenkt.
Als ich nachgefragt habe, weshalb sie ihn haben möchte, meinte sie immer bloß, sie bräuchte ihn und er sei schön.
Gestern hat sie mich wieder gefragt und da hab ich einfach mal gefragt, welchen Rucksack sie denn bisher immer nutzt. Daraufhin meinte sie, der wäre blöd und meinen könnte sie viel besser brauchen. (Wohlgemerkt alles auf Kiswahili. Durch meinen beschränkten Wortschatz trat das Gespräch also ziemlich auf der Stelle.)
Heute habe ich sie dann einfach aufgefordert mir ihren Rucksack doch mal zu zeigen, dann könnte ich sehen was an ihm so doof wäre. Und da habe ich sie erst verstanden! Es ging nicht darum, dass mein Rucksack neu und schick war, sondern vor allem darum, dass bei ihrem jede mögliche Schnalle kaputt war, sodass sie den Rucksack nicht mal mehr auf dem Rücken tragen konnte. Also haben Brenda und ich zusammen mit meinem blauen Panzertape, Nadel & Faden und ein bisschen Wolle ihren Rucksack repariert. Zum Schluss haben wir sogar noch mit Panzertape ihren Namen draufgeschrieben. Brenda war so glücklich, ihr könnt es euch nicht vorstellen! 'Meine Tasche ist jetzt die Beste'
So doof das vielleicht klingen mag, ich hatte gerade das erste Mal hier das Gefühl, dass ich jemandem helfen konnte und nicht die unpraktische Deutsche bin, der man erst noch erklären muss, wie man Wäsche mit der Hand wäscht. Brenda ist glücklich und ich bin es umso mehr!
Lala Salama ♥

Nimefurahi


Was für ein schöner Tag!
Zum einen hat heute endlich das Projekt begonnen (naja fast) und zum anderen halte ich ab heute eine tansanische Bankkarte in der Hand – Yeaah!

Heute morgen bin ich, wie eigentlich jeden Morgen, um 7:00 aufgestanden. Ich habe mich angezogen, bin in den Hof gegangen, um mir die Zähne zu putzen, und habe dann gefrühstückt.
Ich liebe das Frühstücken hier. Es ist eine total gemütliche Zeit am Tag. Ich nehme mein Buch, gehe ins Wohnzimmer und da warten dann eine Thermoskanne voll frischer Milch und entweder Mandazi oder Toast auf mich. Mandazi sind süße Teigwaren, ein bisschen wie Krapfen. Vorgestern habe ich mir Kakaopulver gekauft, das macht das Frühstück perfekt. Ich sitze dann also auf der Couch, lese mein Buch und tunke meine Mandazi in Kakao, einfach himmlisch!

Danach bin ich zur Schule gegangen, um zu sehen, ob sich was entwickelt hat, um ehrlich zu sein, war ich nicht so optimistisch. Umso glücklicher war ich, als wir freudig vom stellvertretenden Schulleiter erwartet wurden und er uns sogleich unsere Klassen zugeteilt hat. Ab morgen unterrichte ich die 5b in Kiingereza! Eine total liebe Lehrerin, Innosanta Shayo, hat mir erklärt was bis Dezember noch im Lehrplan steht, mir gezeigt wo im Lehrerzimmer die Lehrbücher stehen, von wo ich mir Übungen organisieren kann und wo der Stundenplan ist, an dem ich ablesen kann wann ich Unterricht gebe. Danach hat sie mich auch gleich der 5b vorgestellt. Ich glaube manche Dinge sind überall auf der Welt gleich. Es wird überall auf der Welt diese drei Jungen geben, die nebeneinander sitzen und bei denen man sofort weiß – die drei nebeneinander, das geht niemals gut! Naja, jedenfalls war die Klasse ganz erfreut, hat mich brav begrüßt und wollte mich überzeugen, heute noch anzufangen mit dem unterrichten, aber da sie eigentlich gerade Mathematik hatten, war ich Unvorbereitete ganz glücklich aus dem Schneider ;)
Als dann die Gastmutter von Melanie mir noch meine neue Bankkarte plus Kontonummer gegeben und die Karte am Automaten tatsächlich funktioniert hat, war der Tag einfach perfekt!

Nachmittags habe ich erneut im Restaurant ausgeholfen - heute ist schon wieder eine Hochzeit !
Es gab wirklich viel zu tun, allerdings saß ich ein bisschen auf Kohlen, weil ich doch unbedingt vorbildlich Unterricht vorbereiten wollte und außerdem ganz schön müde war. Aber es gab so viel zu tun! Um sechs wollte ich gerade sagen, dass ich nun wirklich gehen muss, allerdings fragte mich meine Mutter genau in dem Moment, ob ich nicht Lust hätte, das Essen zu servieren. Das hätte ich tatsächlich gerne gemacht, allerdings musste ich ja wirklich los! Ich konnte ihr das irgendwie nicht so gut erklären, sie hat gelacht und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auf Kiswahili gesagt hat: 'Kein Problem, bald hast du keine Angst mehr. Wir sehen uns heut Abend.'

Na toll, ich hatte doch keine Angst! Pff. Aber immerhin bin ich noch nach Hause gekommen, bevor es dunkel geworden ist und hab auch gleich noch ein Foto für euch gemacht. Und zwar von meinem zu Hause. Hübsch, nicht wahr?

Bis bald, ich werde von meinen Erfahrungen im Unterrichten erzählen!


Mittwoch, 26. September 2012

Ein wenig enttäuscht..

... war ich heute. Und zwar bin ich heut morgen zusammen mit Melanie zur Schule gelaufen, voller Vorfreude heute endlich einen Stundenplan/Lehrplan/eine Klasse/irgendwas zugeteilt zu bekommen, eingeführt zu werden in den Schulalltag, ich hatte mich einfach wahnsinnig darauf gefreut, dass endlich die Arbeit im Projekt beginnt. Aber Pustekuchen. Als wir in der Schule ankamen, war das Office des Schulleiters leer und im Lehrerzimmer haben sie sich zwar total gefreut uns wiederzusehen, allerdings haben sie uns erzählt, dass letzten Freitag der Großvater vom Schulleiter gestorben ist - pole sana!- und er deshalb nicht in Singida ist, weil er zum Begräbnis nach Moshi gefahren ist. Wir sollten am Mittwoch wiederkommen, um von ihm alles erklärt zu bekommen. Eine besonders liebe Lehrerin hat uns die Enttäuschung wohl allzu sehr angesehen, sie hat uns nämlich mit in ihre erste Klasse genommen, uns vorgestellt und uns ein wenig die Schulanlage gezeigt.
Nunja, Melanie und ich waren aber trotzdem ein bisschen traurig, auch wenn alle in der Schule so lieb zu uns waren. Unsere Arbeit im Projekt hatte sich nun schon mehrfach verschoben, zuerst durch die Examination Days der 7.Klässler, dann durch meine Krankheit und jetzt wieder.
Wir haben versucht, das Beste aus dem Tag zu machen und sind zusammen zum Lake Singida gelaufen, einer der beiden Seen hier. Es war wirklich total entspannend und schön dort, ich glaube es war das erste Mal, das wir alleine waren und wir keine Mzungu-Rufe oder überschwingliche Begrüßungen hörten. Zur Abwechslung auch mal ganz angenehm ;)
Dann wurde es mir allerdings zu heiß und wir sind zu mir nach Hause gelaufen, um uns ins Kühle zu flüchten. Eine unangenehme Vorstellung, dass die momentanen Temperaturen den Winter gerade erst ablösen und es bis Dezember immer heißer werden soll.. Ich habe doch jetzt schon Angst vorm Hitzschlag! 

Naja, zu Hause war es zwar schön und alle waren nett und herzlich wie immer, aber natürlich haben mich alle nach meinem ersten Tag in der Schule gefragt, weil sie ja alle wussten wie sehr ich mich darauf gefreut hatte. Also habe ich acht mal versucht zu erklären, weshalb ich heute noch nicht unterrichten konnte, was schier unmöglich war, mir haben einfach die Vokabeln gefehlt. Die Vokabel 'sterben' ist ja auch nicht schön :(

Achja und was auch noch passiert ist! Ich habe festgestellt, dass meine Bankkarte nicht funktioniert. Jeder der Automaten in Singida teilt mir das selbe mit 'No services available at this moment'. Doof nur, dass 'this moment' nun schon drei Tage lang ist und ich es endgültig nicht mehr auf den Stromausfall schieben kann. Aber ich habe mir schon eine Lösung überlegt (Also bitte keine Panik, Mama).
Ich werde mir bei der Gastmama von Melanie, die bei der Bank arbeitet, ein tansanisches Konto erstellen, sodass es keine Probleme mehr geben sollte. Und bis dahin habe ich ja auch eine liebe Mitfreiwillige, die mir zur Not einen Groschen leihen kann! Außerdem hat es doch auch was schickes.. 'Jaaa, ich und meine vielen Konten.. Eins davon ist übrigens in Afrika' Hihi. :)

Ich möchte aber diesen Eintrag nicht so negativ belastet beenden, deshalb hänge ich zum Schluss noch ein Foto von dem niedlichsten Baby der Welt an, meine kleinste Gastschwester Madita. Madita ist zum fressen! Wenn man sie sieht, möchte man immer ihre kleinen specklgen Füßge knautschen, ihr über den weichen Haarflaum streicheln und sie mit Grimassen oder Singen zum Lachen bringen. Wirklich ein süßer Fratz! Hier sitzt sie gerade auf meinem Bett, spielt mit meinen Kopfhörern und ist ganz gebannt vom Blitz meiner Kamera.



Madita

Montag, 24. September 2012

Liebe Grüße nach Deutschland

Dieses Bild ist von gestern Abend, Mkunde und Angel wollten es unbedingt aufnehmen, damit ich es auf meinen Blog posten kann. Die beiden meinten, dann könntet ihr alle sehen, dass es mir gut geht und außerdem wollten sie meine Familie und meine Freunde auf diesem Weg grüßen.
Ich glaube aber vor allem, dass sie meine Kamera ausprobieren wollten und ziemlich stolz auf das Foto sind, also würdigt es ! ;)
Gestern Abend konnte ich es nicht mehr hochladen, weil mal wieder Stromausfall war und mein Computer Strom brauchte, deshalb jetzt verspätet.
Das Internet hier ist wirklich nicht so der Brüller, ich habe jetzt mal an meine Vorfreiwillige geschrieben, wie die das gelöst hat, bei ihr gab es nämlich auch anfangs Probleme, aber dann nicht mehr.. Mal sehen, sobald ich an mein Mailpostfach komme, gebe ich Bescheid !
Bis Bald, eure Camilla (die schon ein kleines bisschen braun geworden ist!)


Samstag, 22. September 2012

Arbeit im Guesthouse

Gestern habe ich wieder im Restaurant ausgeholfen, dort war nämlich eine Hochzeit. Den ganzen Tag herrschte Hochbetrieb, alles wuselte und machte, ich hab Servietten gefaltet, Stühle geputzt, Gemüse geschnitten und Knoblauch geschält. Vor allem Knoblauch geschält. Eieiei, so viel Knoblauch habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Ich habe bestimmt die Zehen von 5 Knollen geschält! Ich hatte ein wenig Angst, das meine Hände noch mit 90 nach Knoblauch riechen und den ganzen Tag lang hat alles, was ich gegessen habe, ein wenig würziger als sonst geschmeckt, aber heute ist es zum Glück fast wieder weg, ich habe nämlich zusammen mit Brende die Wäsche gewaschen und das Waschmittel ist ziemlich aggressiv.
Dann wurden gestern noch zwei Hühner getötet, während ich in der Küche war, das war irgendwie traurig, aber dann doch nicht so schlimm wie ich gedacht hätte. Ich musste zwar ein,zweimal tief durchatmen, aber später am Tag habe ich sogar ein bisschen beim rupfen geholfen!
Abends kamen dann die Gäste, ohh und die Braut sah sooo schön aus! Vizuri sana! Ein DJ hat unverhältnismäßig laut Musik aufgelegt und alle haben getanzt, gegessen und gelacht! Es war echt richtig schön, aber ich hatte das erste Mal ein kleines bisschen Heimweh.
Außerdem war gestern Abend der erste Stromausfall, die Hochzeitsbeleuchtung war an große Batterien angeschlossen, aber zu Hause hatten wir nur Taschenlampen und Kerzen, was aber irgendwie total gemütlich war! Nur das Duschen ohne Licht war wirklich unheimlich, in der Dunkelheit kommt das ganze Getier heraus, habe gestern auch meinen ersten doch etwas sehr viel größeren Käfer entdeckt und habe mich dann beim Waschen extra beeilt.
Ansonsten ist weiterhin alles fein, ich hätte bloß Lust auf eine Scheibe Gouda - Mhhh. 

Donnerstag, 20. September 2012

Ein paar Fotos

 Wazungu kwa Ujerumani (Die Weißen aus Deutschland)
Lucia, Brenda und Farida in meinem Zimmer

mein supergemütliches kleines Reich